Kirche in Kleinpienzenau

Die Au des Penzo, ist wahrscheinlich im 9ten Jahrhundert gegründet worden. 1045 wird der Ort mit Radolf de Pienzenowa erstmals schriftlich erwähnt. Die Burg dieses Geschlechts stand südwestlich von Großpienzenau, am Hangabfall zum Mangfalltal. Die erste schriftliche Nachricht einer Kirche in Kleinpienzenau stammt aus dem Jahr 1113. Die Kleinpienzenauer Filialkirche St. Georg ist ein spätgotischer, vierjochiger Saalbau mit leicht eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Altarraum, der 1496 als unverputzter Tuffquaderbau errichtet und geweiht wurde. Der Südturm, bestehend aus einem quadratischen Unterbau, einem achteckigen Oberteil von 1815 und einem hohen, neugotischen Spitzhelm über Dreiecksgiebeln, wurde 1870 errichtet, um die alte Doppelzwiebelhaube zu ersetzen. Der Innenraum mit Stichkappentonne über den eingezogenen, pilasterbesetzten Wandpfeilern im Langhaus wurde 1765/66 seiner gotschen Gewölberippen entkleidet und von dem J. B. Zimmermann-Schüler, Johann Martin Pichler mit reicher Rokokostuckierung versehen. Die Deckengemälde aus dem Jahre 1766, schuf Johann Georg Gaill. Im Langhaus das Martyrium des hl. Georg, umgeben von einfarbigen Zwickeldarstellungen des Kirchenpatrons; als Helfer der Kreuzfahrer, als Totenerwecker, im Gebet vor der Enthauptung und, Maria und Georg erscheinen einer Nonne. Im zweijochigen Altarraum wird die Glorie des Heiligen, inmitten weiterer Soldatenheiliger, dargestellt. Über der Sakristeitür das Wappen des Weyarner Probstes Augustin Hamel, unter dessen Leitung die Kirche im Rokokostil erneuert wurde. Am Chorbogen das Wappen des Weyarner Probstes Rupert Sigl, der die Renovierung zu Ende brachte. An der südlichen Langhauswand befindet sich ein Fresko von 1772 mit den Heiligen Florian und Donatius, als Fürbitter über Pienzenau. Im Westen, die Empore mit drei Marterszenen des hl. Georg. 1740 wurde der Hochaltar umgestaltet und die Rokoko-Seitenaltäre neu errichtet. Auf dem Hochaltar, der hl. Georg als Drachentöter zwischen den Wetterheiligen Johannes und Paulus. Der linke Seitenaltar ist dem hl. Sebastian, der rechte, der Muttergottes, geweiht. Die Kanzel, ebenfalls 1740, zeigt Gemälde der vier Evangelisten; wobei der hl. Lukas nicht als Stier, sondern als Augustiner-Chorherr, wie an der Weyarner Kanzel dargestellt ist.