Kirche in Reichersdorf

Das Dorf des Richolf, entstand etwa im 10ten Jahrhundert. Der Ort wird 1078 erstmals schriftlich erwähnt. Die Reichersdorfer Filialkirche St. Leonhard ist ein spätgotischer, vierjochiger Saalbau mit leicht eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Altarraum, der als verputzter Tuffsteinbau 1496 errichtet und geweiht wurde. Südseitig ist der Kirche ein Turm, von 1846, mit Spitzdach über neugotischen Dreiecksgiebeln, angegliedert. 1760/72 wurde die Anlage zu einem lichten Wandpfeilersaal umgebaut. An der Nordseite entstand ein Anbau mit nach außen offenen Erdgeschoßarkaden und darüberliegender, nach innen offener Empore. Die Stichkappentonne, über den pilasterbesetzten Wandpfeilern des Langhauses, ist nicht stuckiert. Die Fresken des Langhauses mit der hl. Barbara und dem hl. Eligius wurden 1772 von dem Aiblinger Maler J. G. Gaill angebracht. Dazu Szenen zum Leben der hl. Barbara. Im 1763 von Johann Martin Pichler reich stuckierten, zweijochigen Altarraum, zeigen die ebenfalls von Gaill stammenden Deckenfresken Weyarner Chorherrn und Bauern, die vor dem Hintergrund der Reichersdorfer Kirche, zum hl. Leonhard beten. Die Kirche ist mit drei reichen Altären und einer Kanzel, wohl von Joseph Götsch, aus dieser Zeit ausgestattet. Der Kanzel gegenüber hängt ein mächtiges Wandkreuz.
Der Hochaltar, mit dem von Erasmus Grasser 1502 gefertigten Marienbild, wurde 1777 von Korbinian Niedermeier errichtet. Auf dem Hochaltar, Figuren der Heiligen Ottilie, Leonhard, Eligius und Agnes. Von ihm stammen auch die Seitenaltäre aus dem Jahre 1784. Der linke Seitenaltar mit Altarblatt des hl. Achatius und Figuren der Heiligen Zacharias und Elisabeth, und der rechte Seitenaltar mit Altarblatt der hl. Barbara und Figuren der Heiligen Joachim und Anna. Das wertvollste Ausstattungsstück der volkstümlichen Rokokokirche ist der, an der nördlichen Langhauswand hängende, kleine spätgotische Achatius-Flügelaltar von Erasmus Grasser aus dem Jahre 1506, mit Figuren des von Engeln umgebenen, thronenden Heiligen und mit Tafelbildern der Achatiuslegende. Vom ehemaligen spätgotischen Hochaltar haben sich Figuren der Heiligen Leonhard und Eligius von E. Grasser erhalten, die an den Langhausseiten angebracht sind. Die Leonhardskirche ist seit 1684 Mittelpunkt einer alljährlich im Herbst stattfindenden Leonhardifahrt.